Über die Kondratieffzyklen
Kondratieffzyklen sind periodische Wirtschaftsschwankungen mit einer Dauer von 40-60 Jahren. Sie werden von bahnbrechenden Erfindungen, den Basisinnovationen, ausgelöst. Beispiele für bahnbrechende Erfindungen sind Dampfmaschine, Lokomotive oder Computer.
Kondratieffzyklen waren bis in die 1970er Jahre in erster Linie ein Thema für die Konjunkturforschung. In der Öffentlichkeit werden Konjunkturen und Rezessionen als ein überwiegend ökonomisches Phänomen angesehen. Diese Sicht ist nicht vollständig, sie ist zu eng. Wirtschaft ist kein von der Gesellschaft unabhängiges Subsystem, sondern ist aufs engste mit dem sozialen, ethischen und geistigen Umfeld verbunden. Bei der Analyse der langen Wellen zeigt sich diese Verbindung darin, dass der Kondratieffzyklus sich nicht nur als ein langer Konjunkturzyklus erweist, sondern auch als ein Reorganisationsprozess der ganzen Gesellschaft. Der Kondratieffzyklus bestimmt maßgeblich über mehrere Jahrzehnte die Hauptrichtung der sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Entwicklung." (siehe Nefiodow: Der sechste Kondratieff).